Archiv für November 2010

Online-Petition

Wer sich gegen Rechtsextremismus engagiert, macht sich verdächtig! Aufruf gegen Generalverdacht und Bekenntniszwang

Die Petition richtet sich gegen die „Antiextremismusklausel“, die im Zusammenhang mit dem Sächsischen Förderpreises für Demokratie von den Nominierten abzugeben war und die ähnlichlautend auch bei Inanspruchnahme entsprechender Bundesprogramme abzugeben sein wird.

Unterstützung

Wir verstehen die Entscheidung des AKuBiZ e.V. und zeigen uns mit ihr solidarisch:

Kulturbüro Sachsen e.V.
RAA Opferberatung Sachsen e.V.
Monika Lazar (MdB Bündnis 90/ Die Grünen)
Miro Jennerjahn (MdL Bündnis 90/ Die Grüne)
Initiative gegen jeden Extremismusbegriff/ Inex
Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag
apabiz e.V. (antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.V.)
RM 16 Dresden
Jean Peters aus Berlin
Friedrich Burschel (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Bündnis »Nazifrei! – Dresden stellt sich quer«
Peter Conrady-Fachjournalist
Mirko Fischer, Leipzig
agentur für soziale perspektiven e.v.
Jugendverein „Roter Baum“ e.V. / Demokratieprojekt
Andreas Winter, Berlin
Prof. Dr. Frank Nonnenmacher – Johann Wolfgang Goethe – Universität
Jule Nagel, Mitglied des Landesvorstandes DIE LINKE Sachsen, linXXnet Leipzig
Daniela Kolbe, Leipziger Bundestagsabgeordnete für die SPD
Istoreco Reggio Emilia (Institut für die Geschichte des antifaschistischen Widerstands)
Roter Stern Leipzig ´99 e.V.
ReachOut-Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus
Peter Strutynski, Kassel, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag
Hans-Jürgen Muskulus – Vorsitzender des Stadtverbands DIE LINKE. Dresden
Sebastian Wormsbächer, DIE LINKE Sachsen-Anhalt
Marco Böhme, Mitglied im Beauftragtenrat der linksjugend [’solid] Sachsen
autor_innenkollektiv de[x]oppression
Redaktionskollektiv von chronik.LE
Stefan Schönfelder – Geschäftsführer von Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V. und ehemaliges Mitglied des Beirates des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen“
René Hahn – Zwickauer Stadtrat für DIE LINKE
Benjamin Göhler, Vorsitzender Jusos Kreisverband Leipzig
Roter Baum e.V. Ortsgruppe Zwickau
Mirko Altmann – Vorsitzender SPD-Fraktion im Stadtrat der Stadt Böhlen, stellv. Vorsitzender des SPD-Ortsverein Böhlen/Zwenkau/Rötha, Mitglied im Kreisbehindertenbeirat des Landkreis Leipzig
Jan Schwab, Student an der JWG-Universität Frankfurt
Lucha Amada (Musikkollektiv)
Marko Forberger, Koordinator der Landesgruppe Sachsen, DIE LINKE im Bundestag, linXXnet Leipzig
DKP – Gruppe Dresden
Andreas Bernatschek – Mitglied in 3 Vereinen in Leipzig
Sarah Buddeberg – Mitglied des Landesvorstands DIE LINKE Sachsen
Georg Hewald – Sachkundiger Bürger im Kreistag Oberberg, Mitglied des Sprecherrats der Lag „weg mit HartzIV“ NRW, DIE LINKE
Andreas Wiese – Mitglied der Linksjugend [’solid] Dresden
Torsten Philipp aus Dresden
Magazin Der Rechte Rand – www.der-rechte-rand.de
Treibhaus e.V. Döbeln
ARID (Anti-rassistische-Initiative-Döbeln)
Projektschmiede gemeinnützige GmbH
Nadja Guld – Mitglied des Koordinierungsrat der Linksjugend Sachsen
Andrea Pabst aus Hamburg
Michael Leutert – MdB DIE LINKE, Sprecher der Landesgruppe Sachsen
Mandy Göhler, Hamburg
Günther Hoffmann – ID NENA.MV (Informationsdienst Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern)
Richard Gauch
Gruppe „Gedenkmarsch“ – Leipzig
René Strowick – Mitglied des Landesrates DIE LINKE. Sachsen
Initiative „Geschichte vermitteln“ aus Leipzig
Daniel Kumitz, AK Etheorie Berlin
Anne Dölemeyer (Forum kritische Rechtsextremismusforschung), Leipzig
Jugendinitiative „Bass gegen Hass“
Wolfhard Pröhl
Manu Schon – Antifa-Sprecherin Landesvorstand DIE LINKE.Hessen
Martin Liebegut – Student Politikwissenschaften/Geschichte FU Berlin, GEW
Medinetz Dresden e.V.
Hilmar Stolpe
Kulturverein Brücke 7 e.V.
Grüne Jugend Celle
Anna Conrads (Innen- und rechtspolitische Sprecherin Fraktion Die Linke im Landtag von NRW)
Markus Bernhardt (Journalist, Tageszeitung junge Welt)
Hamburger Bündnis gegen Rechts
Petra Pau, MdB DIE LINKE
Karin Luttmann
Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V. (Netzwerk für Demokratie und Courage in Sachsen)
Sozialen und Politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.
Dr. Cornelia Ernst, Mitglied des Europäischen Parlamentes
Erik Hildebrandt
Günter Blocks – Landesgeschäftsführer DIE LINKE. NRW
SJ – Die Falken LV Berlin
Jan Kunze, Hamburg
Antifaschistisches Infobüro Rhein-Main
Antidiskriminierungsbüro Sachsen
Ralf Hoffrogge, Historiker, Berlin
Initiative Recherche
Katharina König, Mitglied des Thüringer Landtages, Sprecherin für Jugendpolitik und Antifa, DIE LINKE
Benjamin Kümmig, Vorsitzender der Jusos Dresden
INPUT, Tübingen
Petra Florian, Dresden
Judith A. Rädlein, Buvo SJD- Die Falken
DGB Jugend Sachsen
Enrico Stange – MdL, Fraktion DIE LINKE
Cineart e.V. – Filmgruppe Cinemabstruso Leipzig
Sabine Pester, Stadträtin; Fraktion DIE LINKE Chemnitz
Uta Wagenmann, Gen-ethisches Netzwerk e.V.
Tino Vogel – Reggae Sound Artist
HATiKVA e. V.
Bündnis für ein buntes Döbeln
Fabian Blunck, jugendpolitischer Sprecher Die Linke.Sachsen
Pia-Beate Zimmermann, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag
Sebastian Vaupel
DIE LINKE.SDS Hochschulgruppe Dresden
Stiftung Nord-Süd-Brücken
Klaus Wallmann jun.
Attac Ortsgruppe Remscheid (Partnerstadt Pirna)
Jusos Sachsen
Ralf Kürbis, Dresden
„Bündnis gegen Rechts“ Königs Wusterhausen
Hartmut Barth-Engebart, Schriftsteller, Musikpädagoge, Musiker, Grafiker, Kabarettist, Historiker , Gründau/Hanau
Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge von Bündnis 90/Die Grünen
a.l.i.a.s. Dresden
„Grüne Toleranz“ Döbeln
Jürgen Kunze, Deutsch-Afrikanische Gesellschaft (DAFRIG)
Pia Garske, Politikwissenschaftlerin, Berlin
Karl Marder – DIE LINKE Nürnberg
Christian Kleindienst Leipzig
Forum für kritische Rechtsextremismusforschung Leipzig
Netzwerk „Tolerantes Sachsen“
Frank Tempel (MdB, Mitglied des Innenausschuss im Deutschen Bundestags)
Benjamin Krüger (Gründungsmitglied des BAK Shalom)
Daniel Claus – Öffentlichkeitsreferent Grüne Jugend Thüringen
Ingo Stange – Wurzen
linksjugend [’solid] Dresden
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Bundesvereinigung
Axel Steier
DIE LINKE. Sächsische Schweiz – Osterzgebirge
linksjugend [´solid] Sächsische Schweiz/ Osterzgebirge
Jens Passlack
Alexander Voigt, Sozialpädagoge Leipzig, ex. politische Jugendarbeit beim Treibhaus e.V. Döbeln
Helmut Schmitz
CAFE TAKTLOS Glauchau
KULTURKNALL e.V. aus Glauchau
Alternatives Jugendzentrum e.V. Chemnitz
Ullrich Gintzel – Professor für Soziale Arbeit an der Ev. Hochschule Dresden
Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. – Wurzen
Julika Bürgin (Maintal)
Klaus Farin – Archiv der Jugendkulturen e.V.
antirassistischen aktion köln
jungdemokrat_innen/junge linke brandenburg
Falk Neubert – MdL DIE LINKE Sachsen und ehemaliges Mitglied des Beirates des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen“
TheaterDialog (Katrin Wolf & Till Baumann, Halle/Berlin)
Landesvorstand der VVN-BdA Sachsen (Landessprecher: Uwe Adamczyk – Zwickau (Jugendarbeit), Regina Elsner – Hoyerswerda (Erste Sprecherin), Peter Giersich – Auerbach (Öffentlichkeitsarbeit), Karin Jeschke – Dresden (Geschichte und Gedenkstättenarbeit), Holm Theinert – Dresden (Bündnis- und Projektarbeit) weitere Mitglieder des Landesvorstandes: Regina Schulz – Kamenz, Enrico Hilbert – Chemnitz, Wolfgang Engel – Chemnitz, Dr. Herrmann Schaus – Schatzmeister, Dr. Horst Stoschek – Dresden, Dr. Th. Schikora – Dresden, Dr. D. Chitralla (BdA Leipzig))
Ehrenvorsitzender der VVN-BdA Sachsen Prof. Dr. Hans Lauter, Leipzig
Ehrenvorsitzender der VVN-BdA Sachsen Frido Seydewitz, Dresden
Verein Bunt ist Besser als Braun e.V. aus Meerane (BiBaB aus Meerane)
Günter Weigel und Uwe Adamczyk für den VVN-BdA Stadtverband Zwickau
Julia Bonk, Mitglied des Sächsischen Landtages
Kreisleitung Dresden der MLPD
linksjugend [’solid] Chemnitz
Joschka Waas, Marburg
Norman Beberhold (Aktionsnetzwerk Jena)
Carsten Ungewitter (Dresden)
Andreas Nübel, Berlin
Bonner Jugendbewegung
Christoph Alt, Saarland, Student
Referat Politische Bildung, StuRa TU Dresden
Sandro Witt, Gewerkschaftssekretär DGB Thüringen
Vive le Courage e.V. aus Mügeln
Prof. Dr. Wolfgang Jantzen
Prof. Dr. Uwe Hirschfeld, Evangelische Hochschule Dresden
Anna Weber aus Berlin
Verein zur Förderung von Fraueninitiativen – Frauenzentrum „Regenbogen“ e.V. Döbeln
Diana Golze, MdB DIE LINKE
Kampagne gegen Ausgrenzung von Asylsuchenden
Thomas Engel [Mitglied des Landesvorstandes Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN/BdA)]
Team des Kinder- u. Jugendzentrum HALLE 5 e. V
Monty Schädel, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), stellv. Landesvorsitzender VVN-BdA M-V
Mobi e.V. Hamburg
Olaf Bachmann, Bayreuth
Redaktionskollektiv NiP Sachsen – Nazis in den Parlamenten
Freibärger
Sächsische Landjugend e.V.
Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Dresden
BIFOR – Bildungs- und Forschungswerk SaarLorLux
Antirassistischer Verein DEMOS aus Kopenhagen, Dänemark
Berliner VVN-BdA e. V.
Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar
Dieter Harsch, Lehrer i. R.
Heike Harsch, Lehrerin i. R.
Humeira Niazi
Engagierte Wissenschaft e.V.
LOTTA – antifaschistische Zeitung aus NRW, RLP und Hessen
Dr. phil. Thomas Weinhart , Diplomsozialpädagoge
Naturfreundejugend Berlin
Bürgerinitiative BUNTES REUDNITZ
Jens Thöricht – Mitglied des Landesvorstandes der DIE LINKEN.Sachsen
Tamara Bunke e.V.
Irmela Mensah-Schramm (Menschenrechtsaktivistin)
Bundesjugendwerk der AWO
Felix Hennig
Duisburger Netzwerk gegen Rechts
Stefan Heerdegen (Thüringen)
Sven-Christian Kindler (MdB Bündnis 90/ DIE GRÜNEN)
Hugo Jensch (Historiker und Autor)
Herbert Lappe (Historiker)
AZ Conni aus Dresden
Rote Hilfe Dresden
Radio T aus Chemnitz
Forschungsstelle Rechtsextremismus/Neonazismus (Düsseldorf)
Bildungskollektiv Biko
Ortsverbände der Gesellschaft für Bürgerrecht und Menschenwürde e.V.(GBM)
Tante Horst, Kneipenkollektiv, Berlin
Internationales Kultur- und Wohnprojekt e.V. aus Greifswald
Uwe Schnabel
Grüne Hochschulgruppe Marburg (GHG)
Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk, FH Düsseldorf FB Sozial- und Kulturwissenschaften
Peter Schrott, Stellvertretender Vorsitzender/ ver.di, Bezirk Berlin
Bundeskoordinierungstreffen der Juso-Hochschulgruppen
Studierendenparlament der Universität Potsdam
Melitta und Tilo Kloß (Pirna)
Infoladen Gießen
Autonomes Kulturzentrum AK44 Gießen
gruppe.cartonage Dresden
VVN-BdA Düsseldorf
Jugendhaus Roßwein
Netzwerk Selbsthilfe – der politische Förderfonds, Berlin
Antirassistische Dresdner Faninitiative 1953international
Niels Seidel
Geschäftsführender Landesausschuss der VVN-BdA NRW
coloradio Dresden
Demokratischen Zentrum Ludwigsburg e.V.
Allgemeinen Studierenden-Ausschuss der Philipps-Universität Marburg (AStA Marburg)
Linksjugend [’solid] Chemnitz
Rote Hilfe e.V.
Yves Zirke (Dresden)
Christine Heimes
Awiro e.V. (Alternatives Wohnen in Rostock e.V.)
Gesine Lötzsch (Vorsitzenden der Partei Die Linke)
Bon Courage e.V. Borna
Bürgerbewegung Neue Richtung
Dr. phil. habil. Dieter Kessler
Redaktion ak – analyse & kritik
Vorstand des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins (RAV e.V.)
ver.di Jugend Niedersachsen-Bremen

Wer uns auch unterstützen möchte, kann sich unter akubiz@gmx.de melden

Solidarität mit dem AKuBIZ Pirna e.V. – Gegen den Extremismusbegriff

Der Infoladen Gießen und das kulturelle Zentrum AK44 Gießen unterstützen die Entscheidung des Alternativen Kultur- und Bildungszentrum e.V. Pirna (AKuBIZ e.V.) den Sächsischen Demokratiepreis abzulehnen und sprechen sich entschieden gegen den Extremismusbegriff bzw. das zu Grunde liegende Extremismusmodell aus.
Warum der AKuBIZ e.V. den Demokratiepreis abgelehnt hat
Der mit 10.000 € dotierte Sächsische Demokratiepreis sollte dem AKuBIZ e.V. für dessen langjährige antirassisstische und antifaschistische Arbeit in der Region Pirna verliehen werden. Die Stifter_innen des Preises forderten jedoch alle Nominierten auf, eine sogenannte „Extremismusklausel“ zu unterschreiben, welche die Verpflichtung enthält, auch nur den Anschein „extremistischer“ Bestrebungen zu vermeiden, und auch mit niemandem zu kooperieren, der einen solchen Anschein erwecken könnte. Um dieser Forderung nachzukommen schlugen die Stifter_innen u.a. Nachfragen bei den Verfassungsschutzämtern vor.
Die Mitglieder und Unterstützer_innen des AKuBIZ e.V. verweigerten sich gegen die Unterzeichnung der Extremismusklausel und die geforderte „Gesinnungsprüfung“. Sie betonen auch weiterhin ihre Partner_innen danach auszuwählen, ob sie humanistische Grundsätze teilen, sich gegen Diskriminierung und für gesellschaftliche Teilhabe einsetzen. (Die ausführliche Begründung des AKuBIZ e.V. findet sich unter: http://ablehnung.blogsport.de/)
Zur Kritik am Extremismusbegriff
Dem Extremismusbegriff liegt das Modell des politischen Extremismus zu Grunde. Demzufolge existiert eine ‚gute‘ demokratische und schützenswerte Mitte der Gesellschaft, die von ihren Rändern – dem ‚rechtsextremen‘ und dem ‚linksextremen‘ Rand – bedroht wird. Wie bei einem Hufeisen würden sich diese beiden ‚extremen‘ Ränder anähern und ähneln, so die weit verbreitete Vorstellung. Eine Differenzierung nach Einstellungen und politischen Zielen erfolgt nicht. Grundsätzlich spiegelt dieses Modell ein verkürztes Verständnis der Gesellschaft wieder und verharmlost durch die scheinbar klare Einteilung Rassismus, Antisemitismus und andere Ungleichwertigkeitsideologien, die sich durch alle gesellschaftlichen Bereiche ziehen. Darüber hinaus werden linke Gesellschaftskritik und antifaschistischer Widerstand mit dem Denken und Handeln von Nazis gleichgesetzt.
Wissenschaftlich ist das Extremismusmodell nicht haltbar und daher beständiger Kritik ausgesetzt. Nicht zuletzt die Studien von Oliver Decker und Elmar Brähler zeigen auf, dass gerade rechte Einstellungsmuster in der gesamten Gesellschaft exitent sind und nicht nur an einem vermeintlichen Rand.
Realpolitisch ist das Extremiemusmodell nicht zuletzt auf Grund seiner scheinbaren Logik weit verbreitet. Staatliche Behörden wie der Verfassungsschutz arbeiten mit ihm oder ziehen letztlich ihre gesamte Existenzberechtigung aus ihm. (Mehr zur Kritik am Extremismusbegriff: http://inex.blogsport.de)
Ein richtiges Signal entgegen dem herrschenden Diskurs
Im derzeitigen politischen Diskurs scheint der Extremiemusbegriff an Boden zu gewinnen, was sich nicht zu letzt in Äußerungen der amtierenden Familienministerin Kristina Schöder zeigt. Ihr Anliegen ist es, künftig nicht nur Projekte gegen ‚Rechtsextremismus‘ sondern auch gegen vermeintlichen ‚Linksextremismus‘ zu fördern. Zudem sollen alle öffentlich geförderten Projekte, die sich ‚nur‘ gegen rechts Engagieren, eine ähnliche ‚Extremiemusklausel‘ wie die Nominierten des Sächsischen Demokratiepreises unterschreiben, da ansonsten die Bezuschussung entfällt.
Vor diesem Hintergrund ist ein solches Signal, wie es der mit seiner Ablehnung des Preises sendet ,notwendig und richtig. Somit gilt unsere Solidarität den Unterstützer_innen und Mitgliedern AKuBIZ e.V.
Infoladen Gießen / AK44 – Gießen

Solierklärung des Studierendenparlaments der Universität Potsdam

Das Alternative Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz e.V. (AkuBiZ e.V.) aus Pirna hat die Annahme des sächsischen Demokratiepreis abgelehnt. Anlass dafür ist die Forderung eine sogenannte anti-extremistische Grundsatzerklärung zu unterzeichnen.

Das Studierendenparlament der Universität Potsdam solidarisiert sich mit dieser mutigen und aufrichtigen Entscheidung.

Die fragliche Grundsatzerklärung ist für jede engagierte Demokratin und jeden engagierten Demokraten eine Zumutung. Sie stellt Initiativen und Personen, die sich gegen rechtes Gedankengut und für die Demokratie einsetzen unter einen Generalverdacht. Dies ist unanständig und falsch. Zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen Rechts ist oft mit großen Opfern und hohen persönlichen Risiken verbunden. Die zahlreichen Projekte zur Demokratieförderung leisten seit
Jahren wichtige, gute und verlässliche Arbeit. Ihr Engagement für Menschenrechte und demokratische Grundwerte steht außer Frage. Ihre Arbeit gilt es zu würdigen und zu stärken, und nicht zu kriminalisieren.

Wir weisen den Extremismusbegriff der Bundesregierung und des Verfassungsschutzes zurück. Er lässt glauben, dass eine konstruierte politische Mitte von den Rändern her bedroht würde. Dass diese vermeintlich einwandfrei demokratische Mitte selber vor rassistischen und demokratiefeindlichen Tendenzen nicht gefeit ist, beweisen in regelmäßigen Abständen zahlreiche Studien.

„Extremismus“ als Begriff dient der Diskreditierung politisch unliebsamer Strömungen und der Legitimation des politischen status quo. Die willkürliche Benutzung des Begriffes läuft darauf hinaus, dass jede Kritik gesellschaftlicher Zustände als “extrem” oder “extremistische Tendenz” gedeutet werden kann. Demokratie bedeutet für uns aber auch Bestehendes zu hinterfragen, kritisch zu analysieren und Alternativen zu denken.

Demokratisches Engagement basiert auf Vertrauen. Die Extremismusdefinition ist ein Zeichen des Misstrauens. Mit ihr sollen, unliebsame, weil kritisch denkende Initiativen und Personen kriminalisiert werden, indem sie pauschal unter Extremismusverdacht gestellt werden. Die Bunderegierung versucht hier, ihre eigene Ideologie als den Maßstab für Demokratie zu verkaufen. Dies ist hochgefährlich und entspricht nicht unserem Verständnis von Demokratie. Wer Demokratie will, muss Demokratie leben und Pluralismus akzeptieren.

Die Überlegungen der Familienministerin Schröder, ab 2011 alle Initiativen, die sich im Kampf gegen Rechts engagieren und durch den Bund gefördert werden, anhand dieser Extremismusformel zu überprüfen lehnen wir aufs Schärfste ab.

PM SJD – Die Falken, LV Berlin

Money makes the AKUBIZ go round
Solidarität mit Pirnaer Kulturverein!

Die Berliner Falken schicken solidarische Grüße an die AktivistInnen aus Pirna und unterstützen Spendenaktion mit 250 Euro.
Vor einigen Tagen lehnte der Pirnaer Kulturverein AKUBIZ e.V. die Entgegennahme des sächsischen Demokratiepreises, dotiert mit 10.000 € ab.
Ihre Begründung dafür war, dass sie nicht bereit sind, die geforderte „antiextremistische Grundsatzerklärung“ zu unterzeichnen und ihre Kooperationspartner durch den Verfassungsschutzes auszuleuchten zu lassen.
Die Berliner Falken haben das mutige und entschlossene Vorgehen auf ihrer Landeskonferenz am Sonntag gewürdigt und in einem Antrag einstimmig beschlossen, sich mit einer Spende in Höhe von 250 € an dem durch den Verzicht entstandenen Schaden zu beteiligen.
„Engagement gegen Neonazis, Rassismus und Antisemitismus ist und bleibt gesellschaftlich notwenig – heute vielleicht wieder mehr denn je“, erläutert die Vorsitzende der Berliner Falken, Josephin Tischner. „Durch das Vorgehen der Familienministerin Schröder und den durch sie angestoßenen Diskurs zu Extremismus wird die demokratische Arbeit vieler Vereine, Organisationen und Einzelpersonen geradezu torpediert und kriminalisiert“, so die Landesvorsitzende weiter. Die Berliner Falken sprechen dem AKUBIZ e.V. ihre Solidarität aus und hoffen, dass sie durch viele Spenden ihre notwendige Projektarbeit in der Region weiter fortsetzen können. Eintreten gegen rechte Strukturen ist und bleibt allen gesellschaftlichen Ebenen notwendig und darf nicht kriminalisiert werden. Die Falken setzen sich seit ihrem Bestehen gegen faschistische Bestrebungen aktiv ein, im Nationalsozialismus wurden sie als Organisation verboten und ihre Mitglieder verfolgt. Die Bekämpfung von Neofaschismus ist auch heute noch eines der wichtigsten Elemente unserer Arbeit mit dem Ziel einer freien und gerechten Gesellschaft.

Mehr Informationen erhalten Sie im Landesbüro der
Berliner Falken: 030 / 280 51 27.
www.falken-berlin.de

Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kindern und Jugendlichen. Mit den Falken
können Kinder und Jugendliche Mitbestimmung und Selbstorganisation erleben, ins Zeltlager fahren, politisch aktiv werden oder sich als Freiwillige in der Gruppenarbeit engagieren. Die Falken sind in allen Bundesländern aktiv und Träger von Jugendzentren, Bildungs- und Freizeithäusern und Zeltplätzen. Seit 100 Jahren setzen sich die Falken für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein. Die Falken sind anerkannter und gemeinnütziger Träger der Jugendhilfe und Mitglied im Landesjugendring Berlin e.V.

Berlin, 15. November 2010

Digitale Daten unter
www.falken-berlin.de